Delinat-Institut für Ökologie und Klimafarming gegründet


von Martin Schäppi

Am Freitag, 5. Juni 2009 – dem internationalen Tag der Umwelt – wurde auf dem Walliser Forschungsweingut Mythopia die Stiftungsurkunde des Delinat-Institut für Ökologie und Klimafarming unterzeichnet.

Die Landwirtschaft sorgt für 20% des Ausstoßes klimaschädlicher Gase, und durch den Anbau von Monokulturen sowie durch massiven Pestizideinsatz ist sie zudem hauptverantwortlich für die Zerstörung der biologischen Artenvielfalt. Dabei könnte die Landwirtschaft, bei gleicher oder sogar höherer Produktivität, einen bedeutenden Beitrag zum Klimaschutz wie auch zum Erhalt der biologischen Vielfalt leisten. Doch braucht es dafür ein Umdenken in einigen zentralen Prinzipien der heutigen Landwirtschaft.accouplement-de-telephore-m Das neue Delinat-Institut wird mit praxisnaher Ökologieforschung die wissenschaftlichen Grundlagen für diesen Wandel erarbeiten, die Erkenntnisse anschaulich und naturnah vermitteln sowie tragfähige Konzepte zu deren weitflächigen Umsetzung entwickeln.

Mit der Stiftung des Delinat-Institut für Ökologie und Klimafarming setzt Firmengründer Karl Schefer, der den biologischen Weinbau in den letzten 30 Jahren wie kaum ein anderer gefördert, ökologisch weiterentwickelt und salonfähig gemacht hat, ein weiteres deutliches Zeichen. Durch sein jahrzehntelanges Engagement für ökonomisch wie ökologisch tragfähige Konzepte hat er erkannt, dass nur eine ganzheitliche Ökologieforschung, die Biologie und Agronomie, Spitzentechnologie und Soziologie praxisnah vereint, brauchbare Antworten auf die brennenden Fragen unseres Planeten liefert.

Das Delinat-Institut liegt in unmittelbarer Nähe des Walliser Forschungsweingutes Mythopia, in dem bereits zahlreiche, viel versprechende Landwirtschaftsversuche durchgeführt wurden. Das Augenmerk liegt auch in Zukunft auf der Entwicklung ökologisch wie ökonomisch nachhaltiger Strategien für den Wein- und Obstbau. Das umfassende Gesamtkonzept reicht von Bodenaktivierung und Karbonsequestrierung über die Ökostabilisierung durch Biodiversität und Mischkulturen bis zur Erprobung intelligenter Stoffkreisläufe und alternativer Bio-Energieproduktion. Am Institut werden Praktikanten sowie Diplom- und Promotionsarbeiten betreut, zudem stehen Arbeits- und Laborplätze und Unterkünfte für Gastwissenschaftler zur Verfügung.

Im Freiluftlabor die Artenvielfalt spüren

mythopia-maiDie Erkenntnisse des Delinat-Institutes sollen durch Lehre, Beratung, Publikationen und Medienauftritte den interessierten Fachkreisen, aber auch der breiten Öffentlichkeit vermittelt werden. Im Freiluftlabor Mythopia können Besucher an regelmäßigen Führungen teilnehmen und dabei die Möglichkeiten und Perspektiven einer ökologisch nachhaltigen, klimaneutralen Landwirtschaft mit hoher Artenvielfalt unmittelbar sehen, spüren und nachvollziehen.

Die Fondation Delinat-Institut ist eine gemeinnützige Stiftung, die aus der Delinat-Abteilung für Ökologieforschung und dem Forschungsgut Mythopia hervorgeht. Das Jahresbudget beträgt rund eine Million Franken. Das Institut führt Forschungsprojekte und -partnerschaften der beiden Institutionen weiter, baut Kooperationen mit anderen Instituten, Universitäten und Unternehmen aus und strebt Unterstützung durch staatliche Institutionen sowie die Privatwirtschaft an. Es übernimmt Aufträge und finanziert sich auch durch Beratungsmandate, Produktentwicklung, Patentrechte, Seminare, Ausbildung und Publikationen.

Das Institut wird von Hans-Peter Schmidt geleitet und beschäftigt fünf fest angestellte Mitarbeiter sowie mehrere wissenschaftliche Honorarkräfte.

Weitere Informationen über das Forschungsprogramm finden Sie auf der Webseite des Institutes: www.delinat-institut.ch

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5 Antworten zu “Delinat-Institut für Ökologie und Klimafarming gegründet””

  1. Linda Königs
    Titel:

    Ich bin begeistert! Ein guter und notwendiger Schritt für den Wein- und Obstanbau!

  2. Jeannette Röschli
    Titel:

    Lieber Herr Schefer

    Seit der Gründung von Delinat bin ich eine begeisterte Kundin und Weinliebhaberin von Bio-Weinen.

    Ihnen und allen Beteiligten gratuliere ich ganz herzlich zur Gründung des Delinat-Instituts im Wallis. Immer eine Nasenlänge voraus, aber stets das Ganze sehend und dem Grundgedanken verpflichtet und treubleibend, das ist Karl Schefer und seine Mitarbeiter!

    Ich freue mich auf die Infos aus den Weinbergen von Mythopia! Das ist wirklich spannend und da kommt Freude auf!

    Herzliche Grüsse und herzlichen Dank für das riesige Engagement!

    Jeannette Röschli

  3. Sonja Resch
    Titel:

    Wunderbar diese Zeichen die hier gesetzt werden!
    Wein ist für mich etwas magisches und schützenswertes-so wie alles das auf diesen schönen Planeten unmanipoliert! wachsen und gedeihen darf…

  4. Stefan Walser
    Titel:

    Hey,ihr tollen Weinfreaks.Euer Wein und eure Einstellung sind Spitzenklasse

  5. Sommer
    Titel:

    Beim “reichlichen” Weingenuß schwingt immer etwas das schlechte Gewissen mit und der Zweifel ob es nun doch zuviel des Alkohols ist. Ist es ein Wein unbekannter Herkunft drängt sich auch noch die Frage auf, was ich dazu noch alles an ungesunden Stoffen aufnehme.

    Delinat verhilft hier zu einem guten Gewissen und unbeschwerten Genuß. Ich weiß, hier wurde streng kontrolliert und jemand hat sich bemüht in Einklang mit der Natur – soweit dies heute möglich ist – einen “ehrlichen” Wein zu schaffen. Jeder genußvolle Schluck ist ein Beitrag für die Ökologie! Und in Zukunft hoffentlich ein Schluck gegen den Klimawandel!

    Eure Aktivitäten mit Klimafarming und Biodiversität finde ich wahnsinnig interessant und wichtig. Die Gründung der Stiftung und des Instituts läßt hoffen, dass Ihr gegen die Allmacht der Lebensmittelindustrie – der das gar nicht gefallen wird – bestehen könnt, hier eine richtige breite Bewegung entsteht und die Erkenntnisse nicht nur im Weinbau Anwendung finden.

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