(Deutsch) Pestizidsteuer, Fleischsteuer, Rohstoffsteuern – keine Lohnsteuern


par Hans-Peter Schmidt

Désolé, cet article est seulement disponible en Deutsch.

Tags: , , , , , ,


articles sur le même thème


(Deutsch) RSS-Feed für alle eingehenden Ithaka Kommentare abonnieren

11 Le Responses pour “(Deutsch) Pestizidsteuer, Fleischsteuer, Rohstoffsteuern – keine Lohnsteuern””

  1. Tony Katz
    Titre: Neues System

    In eine ähnliche Richtung, nämlich Löhne und Gewinne steuerfrei zu stellen geht das http://www.bandbreitenmodell.de. Es dreht das heutige Prinzip einfach um. 1. Regel: Wer Geschäfte (in einem Land) machen will, muß Arbeitsplätze bieten. 2. Regel: Wer zu wenig GUT bezahlte Arbeitsplätze bietet, muß eine HÖHERE Umsatzsteuer bezahlen (Nebeneffekt: Arbeitslosigkeit und Niedriglohnsektor beseitigt). Jetzt kommt die deutliche Ähnlichkeit mit obigen Artikel: komplett steuerfrei sind folgende « Branchen »: erneuerbare Energien, landwirtschaftliche Produkte (außer Biosprit), Kultur, Sport, Bildung! und Hausbau für eigene Zwecke.

  2. Jürgen Teigeler
    Titre:

    Es ist erfreulich, dass wenigstens realistische und durchaus verwirklichbare Ideen da sind, wie aus dem derzeitigen zerstörerischen Wirtschaftssystem auszusteigen wäre. Dummerweisse muss man aber im Hinblick auf ihre Realisierung immer im Irrealis sprechen, solange Politiker und Wirtschaftskapitäne das Sagen haben, die auch die kleinste Änderung in diese Richtung als den Einstieg in den dann umgehen anstehenden Weltuntergang definieren. Man schaue sich nur an, was mit dem Vorschlag geworden ist, beim KFZ den CO2-Ausstoß zu besteuern. Oder welche Aufregung im Ländle herrschte, als Winfrid Kretschmann, der designierte Ministerpräsident von Baden-Württemberg, sagte: « Wir brauchen nicht mehr Autos, sondern mehr Mobiität. » (Zusatz: Am gleichen Tag stand in der Zeitung, dass wir auf den Fernstraßen 105 Km Staus zu verzeichnen hatten!)

  3. Thorsten Schober
    Titre:

    Rein mathematisch lassen sich 500% Aufschlag nicht mit 5% Senkung ausgleichen. Sicher sollte aktiv Umweltschutz betrieben werden und die Ressourcen sollten erhalten bleiben. Die oben dargestellten Vorgehensweisen würden die Wirtschaft jedoch zum Erliegen bringen. Wer würde denn noch produzieren, wenn das Nichtproduzieren vergütet wird? Es würde sich eine massive Disbalance zwischen Dienstleister und Gewerbe bilden, weiterhin würde die Armut in Deutschland und weltweit noch weiter ansteigen. Weltweite Märkte würden ausgehebelt. Die einzig treibende Kraft in der Welt sind die Rohstoffe, aus denen sich die Produkte und Leistungen schaffen lassen. In einem Punkt jedoch muss ich zwingend zustimmen, und der betrifft die Honorierung der Rohstoffrückführung. Es kann nicht sein, dass z.B. Recyclingpapier mehr kostet als konventionell gebleichtes. Würden hier z.B. durch staatliche Regulierung Maßnahmen ergriffen, wäre das begrüssenswert, wenn konventionelles Papier einfach per Gesetz teurer würde. Die Kosten fürs Recyceln werden sich ja kaum senken lassen.

    Zu Tony Katz: Wie soll ein Startupunternehmen eine reelle Marktchance haben, wenn es zugleich für fehlende Arbeitsplätze, die es sich zu beginn nicht leisten kann, « bestraft wird »?

  4. Martin Gesell
    Titre: zu schwarz-weiß

    « …würden die Wirtschaft jedoch zum Erliegen bringen. »
    « …würde die Armut in Deutschland und weltweit noch weiter ansteigen. »
    « Weltweite Märkte würden ausgehebelt. »
    « Die einzig treibende Kraft in der Welt sind die Rohstoffe,… »

    …diese Aussagen sind ohne Begründung vorgebracht und mir auch zu einseitig …man kann das Thema nicht schwarz-weiß betrachten …es gibt auch etwas dazwischen, eine realisierbare, von der Wirtschaft verkraftbare Zwischenstufe.
    Sicher waren die « Vorschläge » auch nicht als tatsächlich realisierbare, ernste Ziele gedacht, sondern als Ideallösung in deren Richtung man streben sollte.

    « Geht nicht – kann man nicht machen – die Wirtschaft geht zugrunde… », das hab ich schon so oft gehört (im Bezug auf Umweltschutz, etc.), und nicht einmal erlebt, dass es tatsächlich so kam.
    Ich denke es ist eher Angst vor Veränderung, vor Unbekanntem … nicht davor Verluste zu machen, sondern davor « von dem vielen Geld etwas abgeben zu müssen ».

    Nicht alles was wir tun müssen (müssten) wirft sogleich 10% und mehr Rendite…

    Gruß

  5. Peter Straub
    Titre: Ein wichtiger, nüchterner Ansatz

    Die traditionellen Wirtschaftsmodelle und Vorstellungen davon, dass und wie Kollektivität zu organisieren seien, gingen von einer « Unerschöpflichkeit » der Ressourcen aus. Eine weitere, etwas einfältige Vorstellung belegt auch heute noch den Verstand vieler im Abstrakten hochintelligenter, sich gegen das Konkrete mit allen ihnen Verfügbaren mentalen und materiellen Mitteln bisher erfolgreich abschirmenden Autoritäten, Excellenzen, Experten, Exponenten, usf., dass nämlich Prozesse beliebig lange und auch noch beliebig beschleunigbar ohne nennenswerte Nachteile für deren künftige Fortsetzbarkeit weiterlaufen können wie bisher – und dies auf einer Erdoberfläche, die einfach nur sehr unbedeutend vergrösserbar ist – « aufpumpen » jedenfalls liesse sich der « Erdball » nicht ohne auch für die Privilegiertesten möglicherweise unwillkommene Folgen. Man wird auch den Weltbedarf von Getreide nie in einem Blumentopf anpflanzen können.
    Man wird auch die Kosten wovon und wofür auch immer nie auf Null senken können, jedenfalls nicht nach gegenwärtig gebräuchlichen Berechnungsmethoden, die natürlich auch mit unseren Vorstellungen von « Geld » und wozu es dienen und taugen soll, zusammenhängen.

    Der Bedarf nach Geld und seinen Verwendbarkeiten hat sich mit der Komplexität und quantitativen Grösse von Organisationsformen des Kollektiven entwickelt und unter quantitativen wie qualitativen Aspekten gesteigert.

    Vermutlich war und ist es nicht, wie idelogisches Eifern es voreilig und einseitig darstellt, vorrangig und nur « reine Gier », wenn neue, komplexe Anlage- (Kaufkraft- und Kreditspeicher-), Kredit- und Transaktionsinstrumentarien (Derivate) entwickelt wurden und werden, sondern auch die Ahnung und das Erkennen vieler mit Geld intensiv Beschäftigter, dass grundlegende Innovationen fällig und überfällig geworden sind, um nicht nur die quantitativen sondern auch die neuen qualitativen Bedürfnisse zu befriedigen, die eine möglichst friedliche und zivilisiert sein sollende Globalwirtschaft hervorbringt, während das Bewusstsein des Otto Normalverdieners und -verbauchers wie noch vor Jahrzehnten unter « Geld » versteht, was er in Scheinen bei sich und in Zahlen auf Kontoauszügen bestätigt erhält (Motto: « Wenn nur die Kasse stimmt »).
    Dieses naive und rückständige Geldverständnis wird durch die in einigermassen zivilisierten Makrokollektivorganisationen (was heute noch unter « Staaten » verstanden wird) gängigen Besteuerungsformen bestätigt und trägt wenig bis nichts zur Weiterentwicklung der Auffassung von Geld und seiner Bedeutung für und Auswirkungen auf das menschliche Dasein im Allgemeinen, und die Gestaltbarkeit individueller Existenz im Besondern bei.

    Die Evolution menschlicher Kollektivität steht zu wiederholtem Male vor der Notwendigkeit der Einsicht, dass « Geld » nicht länger allein über Mengen und Mengenverhältnisse definiert werden kann und darf.

    Es liegt einigermassen nahe – womit allerdings noch nicht erwiesen ist, dass ein neu und besonders auch über Qualitäten (und die können sogar sich darauf auswirken, was mit Geld entgeltlich sein kann und darf) definiertes Geld sich auch auf die Steuerideologieen und -systeme auswirken kann.

    Der Gedanke, dass mehr an den Kollektivkosten beitragen soll, wer mehr Entgeltliches für sich in Anspruch nimmt und kosumiert, kann durchaus als Element in einem künftig notwendigen, neu entwickelten Geld- und Steuersystem Platz finden.

  6. EuroTanic
    Titre:

    Wir brauchen gar keine Steuer ausser einer Mehrwertsteuer auf Produkte und Dienstleistungen. Dann könnte der Verbraucher direkt mit dem Portmonaie abstimmen.

  7. Sebastian Meyer
    Titre:

    Ich denke, dass es auf einen breiten Diskurs in den Gesellschaften weltweit ankommt. Es mangelt nicht an Ideen, die sich eignen, dazu beizutragen, die Welt liebenswerter zu gestalten. Das ist ja das, woran es uns am allermeisten gebricht: Liebe!

    Damit das nicht eine hohle Phrase bleibt: In dem Moment, wo ich von meinen Mitmenschen eine Leistung entgegennehme – nicht vorher und auch an keiner anderen Stelle der « Wertschöpfungskette » – kann am transparentesten aufleuchten, was uns das entgegengenommene « Gut » (Sing. von « Gütern ») Wert ist und was dieses bestimmte Produkt für die Allgemeinheit bewirkt. Kurz: Ein fairer Preis und das Ausschleichen aller versteckten Steuern ermöglichen zunehmenden Durchblick und werden gegenseitiges Vertrauen – Wirtschaft/Gesellschaft/Politik/Kultur/Ethnien/Religionen usw. in Zukunft aufbauen helfen.

  8. hps
    Titre:

    Sicher ist auch das eine Möglichkeit, sofern die Mehrwertsteuern den Verbrauch an Ökosystemdienstleistungen und Ressourcenverbrauch wiederspiegeln. Entscheidend ist vor allem, dass die tatsächlichen Kosten, also auch die Kosten, die erst in Zukunft anfallen, auf die Verbrauchsgüter aufgeschlagen werden.

  9. Jochen Binikowski
    Titre:

    Vieleicht wäre es ja ein Anfang wenn man zunächst die Steuergerechtigkeit mit simplen Methoden erhöht. Z.B. eine Mindeststeuer von 1,5% auf alle Firmenumsätze, Mieteinkünfte, Börsengeschäfte, Einnahmen von Organisationen, Parteien, Kirchen usw., wird mit der regulär fälligen Einkommens- bzw. Körperschaftssteuer verrechnet. Dann könnte man noch die Mwst.-Karusselgeschäfte unterbinden indem Rückerstattungen nur noch mit anderweitiger Steuerschuld verrechnet werden können.

    Alleine mit diesen beiden Maßnahmen würde der Staat genügend Einnahmen haben um die allgemeinen Steuersätze zu senken und ökologisch sinnvolle Maßnahmen zu finanzieren.

  10. DS
    Titre: Wirtschaftsstrukturen und -impulse verändern

    Der Kern unserer Probleme ist eindeutig die bisherige Art wie wir Wirtschaften. Dies ist in seinen Auswirkungen mindestens seit den 70er Jahren bekannt. Aber erst jetzt scheinen die Botschaften allmählich in der Breite so anzukommen, dass sie nicht als verharrende Schreckensbotschaften dastehen, sondern konstruktive Gegenkonzepte provozieren, die ein zunehmend breite Aufmerksamkeit erfahren. Das macht Hoffnung trotz der riesigen Herausforderungen, denen wir uns stellen müssen! Es gibt kein global bedeutsames PinPong-Spiel mehr zwischen den beiden Ideologien Kommunismus und Kapitalismus. Dies bietet die Chance einen schonungslosen Blick auf das noch verbliebene Geld- und Zinssystem, auf die Marktmechanismen und ihre unzulänglichen ideologischen Glaubensgrundsätze zu werfen und es in etwas Besseres umzuwandeln. Die Steuerpolitik ist zweifellos ein Ansatz unter vielen, mit dem Impulse auf nationaler Ebene in günstigere Richtungen gegeben werden können. Steuern, wie einiges andere auch werden aber durch Politik entschieden und leider scheint die Politik überwiegend (noch?) der Steigbügelhalter des jetzigen Wirtschaftens zu sein, im Glauben, dies sei die Wahrnehmung gesellschaftlicher Verantwortung (« Geht’s der Wirtschaft gut, gehts den Menschen gut »). Das diese Verantwortung in einem tiefenökologischen Sinne real nicht wahrgenommen wird, ist – so befürchte ich – ggf. in der Bevölkerung noch immer nicht konsequent genug in der Breite angekommen und je mehr Zeit ungenutzt vergeht um so härter werden uns die Auswirkungen treffen. Individuelle Lebensstile zu hinterfragen und zu ändern, wirtschaft- und steuerlich gewagte Experimente ggf. sogar im regionalen oder nationalen Alleingang zu wagen, ist ja auch mit schwer absehbaren Folgen behaftet und wird voraussichtlich durch die meisten Wähler sofort abgestraft anstatt belohnt werden.

    Es gibt großartige Ansätze und Ideen wie wir uns Umstellen können (siehe z.B. auch http://www.postwachstumsoekonomie.org, http://www.gemeinwohl-oekonomie.org, http://www.margritkennedy.de, http://www.wupperinst.org, http://www.transitionnetwork.org). Und dies sollten wir – jeder nach seinen (auch weitreichenden aber sicherlich im bisherigen kurzsichtigem Sinne nicht immer wirtschaftlich klugen) Möglichkeiten – auf vielschichtigen Ebenen mit viel mehr Mut und Weitsicht wagen, in der Rolle als PolitikerIn, als UnternehmerIn, als BürgerIn, als Individuum. Es kann nur besser werden im Vergleich zum « Weiter so und Wachstum über alles ». Als Industrienationen haben wir da zudem eine besondere Verantwortung! Unsere lokale Resilinenz und geringere Verschwendung bei gleichzeitigem Aufrechterhalten einer guten Versorgung (Nahrung, soziale und rechtl. Sicherheit und Gerechtigkeit, Bildung, individuelle Freiheit)würde nicht nur gutes sinnfüllendes Vorbild sein können, sondern eröffnet u.a. echte Chancen für die Menschen in den sogenannten Entwicklungsländern und mildert unseren übermächtigen geschichtlichen C02 Fußabdruck. Also viel Mut zu Diskussionen, Wahlen, Einmischungen, Umstellungen und größeren Lebenserfüllung wünsche ich allen!

  11. toniB
    Titre:

    Ich bin gegen eine allgemeine Fleischsteuer – diese sollte man nur für « industrielle und nicht tiergerechte » Fleischproduktion einführen. Es gibt vor allem im alpinen Bereich sehr viele Flächen, welche sich keinesfalls für Ackerbau eignen. Auf Grünlandflächen kann man z. B. Rinder halten und wenn man diese Tiere artgerecht mit Gras und Heu füttert bekommt man Fleisch in 1 a Qualität und darauf möchte ich keinesfalls verzichten. Da diese Tiere langsamer wachsen als solche die mit Gensoja und womöglich noch mit tierischem Eiweiß, welches beim Vegetarier Rind überhaupt nichts zu suchen hat, gefüttert werden, ist der Fleischpreis automatisch höher.

Laisser un commentaire