(Deutsch) Naturwein – bloße Mode oder Kunst ?


par Claudio Niggli

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3 Le Responses pour “(Deutsch) Naturwein – bloße Mode oder Kunst ?””

  1. Michael Rosenthal
    Titre:

    Es ist schon erstaunlich, mit welch naiven Argumenten hier umgekehrt gearbeitet wird. Nichts gegen biologischen Anbau, aber Ihr betreibt hier eine gefährliche Verteufelung gegen den konventionellen Weinbau.

    Hunderte von deutschen Winzern arbeiten sauber im Wingert und ebensoviele lassen spontan vergären. Es ist sogar ein deutlicher Trend festzustellen – zurück zur Spontanvergärung.

    Viele Vinifizierungsmethoden (in Europa) halte ich auch für fragwürdig, unglaublich jedoch ist für mich noch immer die Tatsache, dass wir importierte Weine verkaufen dürfen, die nach industriellen Standards hergestellt werden, welche nach EU-Gesetzen nicht erlaubt sind !!!

    Auf der anderen Seite kotzt mich aber auch immer wieder dieses « schöne neue Welt Gelaber » aus dem Biosektor an !
    Mann oh Mann, Eure ungeschwefelten Weine konnte man bis vor kurzem nicht mal fürs Kochen nehmen !!!

    Nichts für ungut, mir gefällt es wirklich sehr, was ich hier über Anbau, über Versuche und über Biodiversität lese und auch lerne, aber noch einmal, es kotzt mich an, wenn alle anderen Weinbauern, die nicht nach « Eurer Norm » arbeiten, quasi als Dilettanten dargestellt werden, als Helfer der Verblödung unkritischer Konsumenten.

    SO IST ES NICHT !!!

    Und nur mal vorbeugend weise ich darauf hin, dass ich kein Winzer bin, kein Önologe, aber trotzdem weiß, wie man z.B. sanft gegen Thrypse und Kräuselmilben vorgeht.

    Es gibt haufenweise VdP Winzer und Bordeaux Winzer die zwar biologisch, oder sogar biodynamisch vinifizieren, dies jedoch nicht kommunizieren.

    Dieser Artikel läuft ja quasi nach dem Motto
    « Toller Wein – böser Winzer »
    nur weil keine Eidechsen und Schmetterlinge im Wingert sind.

    Was « Ihr » mit derartigen Artikeln betreibt, ist eine Art politischer Arbeit, die in meinen Augen nichts anderes ist, als « fishing for compliments » – wir sind toll, alle anderen sind böse.

    Wenn es um die Haltung zu Wettbewerbern geht, mag ich persönlich doch eher das Motto:
    Tue Gutes und halt die Fresse !

    Alles andere klingt für mich immer unglaubwürdig…

  2. hps
    Titre:

    Naturweine sind eine Sache der Leidenschaft und ebenso leidenschaftlich ist das Plädoyer unseres Autors, Claudio Niggli. Wir, am Delinat-Institut, lieben Naturweine, schon weil es uns als Wissenschaftler unheimlich interessiert und herausfordert, wie ein Wein sich ganz ohne jegliche Zusatzstoffe in der Zeit verhält. Eingestanden, wir sind da ein bisschen extrem und idealistisch und nicht 100% von wirtschaftlicher Vernunft. Denn das Risiko, das mit Naturweinen einhergeht, kann man mit einzelnen Fässern von 400 oder 228l eingehen, nicht aber mit Chargen von 10.000 l oder mehr. Es ist eine Nische, ist eine Passion, und wenn alles gelingt, entstehen Weine, wie Leonardo da Vinci sie trank, als er die Mona Lisa malte oder den Flugapparat erfand. Nichts lässt einen von solch einem Erlebnis wieder los. Noch dazu, wenn man für jeden Tag eine solche Flasche im Keller zu liegen hat. Es ist keine Kritik gegen Oenologen, deren Kenntnisse die Weine hervorbringen, die prestigieuse Wettbewerbe gewinnen. Und es ist auch keine Kritik gegen Biowinzer, die ohne Pestizide arbeiten und Weine produzieren, die denen der Oenologen in nichts nachstehen. Es ist eine Caprice, wie sie in einem Journal wie Ithaka ihren Platz finden soll. Ansonsten trinkt jeder den Wein, der ihm am besten entspricht.
    Ob ein Wein ganz und gar natürlich ist, entscheidet sich letztendlich im Keller, die Frage der Biodiversität und nachhaltigen Traubenproduktion, die für Delinat so wichtig ist, ist eine ganz andere. Toller Wein – toller Winzer, das ist auch unser Maßstab, aber wir glauben eben, dass ersteres nur in Einklang mit der Natur und zweiteres nur dank der Natur erreicht wird.

  3. Stefan Hemgesberg
    Titre: Was ist gut, was schlecht?

    Hallo und sehr zum Wohle!
    Diese und ähnliche Seiten schaue ich mir erst seit einiger Zeit an und finde es sehr interessant was da so alles geschrieben steht. Manches ist sehr mutig von solchen, die sich mit der Materie beschäftigen und durchaus auch einiges davon verstehen aber die Praxis nicht wirklich kennen. Wenn sie wüssten, wie schwierig die praktische Handhabung des konventionellen und auch natürlichen Weinanbaues und Bezeichnungsrechts ist – denn beide Erzeugungsmethoden M Ü S S E N sich am gleichen Weingesetz orientieren – dann würde mancher Artikel vielleicht etwas anders ausfallen. Und es ist tatsächlich so, dass es nicht nur auf der einen Seite die Bösen und auf der anderen die Guten gibt.

    Das möchte ich als erfahrener und herumgekommener Winzermeister mal so stehen lassen. Ich bin im elterlichen Weingut in diesen Beruf hineingewachsen, habe viele « Wein-Stationen » durchwandert, Höhen und Tiefen erlebt, kenne die Machenschaften der Weinindustrie, denen sich leider viele kleine Weinbaubetriebe anzupassen versuchen und kenne den traditionellen Weinbau in all seiner Vielfalt und Natürlichkeit. Meinen Beruf spüre ich als meine Berufung die mir Freude macht! Ich bin über 50 und weiss noch wie das ist, die Reben und den Wein mit den eigenen Händen, dem eigenen Gefühl und der Erfahrung vieler Winzergenerationen zu behandeln.

    Dagegen machen das in der heutigen Praxis High-Tech-Maschinen oder die Hände von osteuropäischen Mitarbeitern oder sonstigen Billigarbeitskräften. Statt dem Gefühl für die eigenen Sinneswahrnehmungen haben derzeit Technik, Chemie und analytische Werte den Vorrang. Und statt der Erfahrung, die ich noch machen durfte, wird sich heute nach Lehrbüchern und medialen Meinungsmachern (die von denen gesponsert sind, die ihre Technik und Behandlungsmittel verkaufen wollen) an das die meisten Punkte bringende Geschmacksbild vorgearbeitet. Es ist halt die Art von Praxis, die den schnellen Euroumlauf mit sich bringt, auf den alle angewiesen sind. Hängen wir als Menschen nicht alle in der « Euro-Falle » und unseren kaputten Gesellschafts- und Konsumsystemen und deshalb kann ich auch dafür Verständnis haben.

    Ich selber praktiziere seit etwa 10 Jahren einen Naturweinbau, der keinerlei Chemie anwendet. Weder Dünger, noch Spritzmittel, noch Weinbehandlungsmittel. Und ich sage mir heute als Ergebnis all meiner Erfahrungen: Unser/e Schöpfer/in kann doch nicht die Weinrebe erfunden haben, damit wir sie mit Chemie und Technik am Leben erhalten. Diese Art Weinbau bringt kleine aber feine Erträge in die Flaschen, die meine Kunden als das ansehen was sie sind – wertvoll!

    Euch allen, die ihr das lest wünsche ich weiterhin viel Freude am Wein und der Beschäftigung damit. Das, was wir Menschen so oft und so gerne als gut und schlecht einstufen und beurteilen, das gibt es auch bei uns und bei allem, was der Mensch geschaffen hat und deshalb meine ich, hat alles seine Berechtigung. Und wenn es das sogenannte Schlechte nicht gäbe, dann würde das Gute/Besondere ja nicht mehr auffallen! Und sogar der alte Goethe sagte schon sinngemäß, « …dass sich der wahre Geschmack nur am allervorzüglichsten bildet. »

    Wohl denen, die es noch wahr-nehmen. In diesem Sinne arbeiten wir gerade an unserer neuen Internetseite und ich freue mich, wenn ich die/den ein oder anderen Leser/in auch mal persönlich kennenlerne – Ciao!

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