Posts Tagged ‘Biodiversität in Städten’


Terra Preta – Modell einer Kulturtechnik
Von Hans-Peter Schmidt

Das Geheimnis der Terra Preta liegt nicht nur in der Verwendung von Pflanzenkohle, sondern vor allem in einer Gesellschaftsform, die die Bedeutung geschlossener Stoffkreisläufe verinnerlicht hatte. Nur durch die gezielte Rezyklierung aller täglich anfallenden Reststoffe konnten auf den ursprünglich ärmsten Böden der Tropen Bevölkerungsdichten entstehen, die größer waren als die ...

Auf den Spuren der Terra Preta in Mittelamerika
Von Haiko Pieplow

Terra Preta ist nicht nur ein geheimnisumwobener Boden am Amazonas, sondern eine Kultur des Landbaus, die in Mittel- und Südamerika nie wirklich ausgestorben und noch an vielen Orten anzutreffen ist. Der deutsche Terra-Preta-Pionier, Haiko Pieplow, berichtet aus den ehemaligen Gärten der Azteken. Von dort hat er auch traditionelle Rezepte zur ...

Braucht die Natur Steuerberater um sich vor der Menschheit zu retten?
Von Hans-Peter Schmidt

Würde in Mitteleuropa ein Klima wie in der Sahelzone herrschen und hätten wir unser Land genauso rücksichtslos behandelt, wie es seit dem Mittelalter in Europa üblich geworden ist, würden wir schon seit langem in der Wüste wohnen. Wir leben in einer Klimazone, die fast jede Dummheit verzeiht. Wir können ganze ...

Kochen mit Bioabfällen und dabei Kohle produzieren
Von Lukas Bühler und Hans-Peter Schmidt

Kartoffelschalen, Olivenkerne und Essenreste müssen nicht im Abfall landen, sondern können direkt als Brennstoff für moderne Kochherde verwendet werden. Gerade in vielen Ländern der Dritten Welt, wo noch auf offenen Holzfeuern gekocht wird, könnte kostbares Holz gespart und zugleich gesundheitsschädigenden Russemissionen verhindert werden. Als Rückstand  des Kochens ensteht wertvolle Biokohle.

Waldgärten und Stadtgärten – Terra Preta 2.0
Von Ute Scheub

Unter dem Motto "Nährstoffe statt Abfälle – biotische Vielfalt statt Hunger" debattierten in Leipzig Praktiker und Wissenschaftler über konkrete Auswege aus der öko-kulturellen Krise. Mit den Mitteln der Terra-Preta-Strategie und des Klimafarming könnte das Hunger- und Klimaproblem gleichzeitig gelöst werden. Die Klimakatastrophe ließe sich ausbremsen, die Nahrungsmittelversorgung stabilisieren, die ...

Pestizidsteuer, Fleischsteuer, Rohstoffsteuern – keine Lohnsteuern
Von Hans-Peter Schmidt

Wenn nicht Löhne und Gewinne besteuert würden, sondern der Verbrauch von nicht erneuerbaren Ressourcen, könnten Wirtschaftswachstum und Ökologie zumindest für eine Übergangszeit in Einklang gebracht werden. Kostenneutral würden hoch wirksame finanzielle Anreize für den ökologischen Wandel der Wirtschaft und den Stopp der Ressourcenvernichtung gesetzt. Ökologisches Handeln würde sich für Konsumenten ...

Pflanzenwachstum ohne Wirtschaftswachstum
Von Hans-Peter Schmidt

Wenn jeder Mensch auf Erden für ein Jahr lang jeden Tag einen Baum pflanzte, würde dadurch nach zwei Jahren bereits so viel CO2 aus der Atmosphäre entzogen, dass eine Eiszeit beginnen würde (1). Wenn durch Umstellung auf pfluglosen Anbau und Gründüngung innerhalb von 10 Jahren der Humusgehalt der europäischen ...

Herbizide im Urin
Von Dirk Brändli und Sandra Reinacher

Glyphosat, Hauptwirkstoff der meisten handelsüblichen Herbizide, ist ein Pflanzengift. Es vergiftet aber nicht nur Pflanzen, sondern schleichend auch Tiere und Menschen. An einer deutschen Universität wurden Urinproben der städtischen Bevölkerung auf Belastungen mit Glyphosat untersucht. Alle Proben wiesen erhebliche Konzentrationen des Herbizidwirkstoffes auf, sie lagen um das 5 bis 20fache ...

Menschenrecht auf Biodiversität
Von Peter Droege und Hans-Peter Schmidt im Gespräch

Ohne ein Menschenrecht auf Biodiversität könnten alle sonstigen Menschenrechte bald schon obsolet sein. Doch wie alle Menschrechte dürfte auch das Menschenrecht auf Biodiversität des Lebensraumes nicht nur ein abstrakter politischer Anspruch sein, sondern auch die Verpflichtung  jedes Einzelnen, sich für die Wahrung des Rechtes zu engagieren.

Jäger, Sammler und die Klimakatastrophe
Von Hans-Peter Schmidt

Seit zwei Millionen Jahren wird die Erde von Menschen bewohnt. 99% dieser Zeit lebten sie als Jäger und Sammler. Erst vor 10.000 Jahren wurden die ersten Pflanzen und Tiere domestiziert. Vor 2000 Jahren lebte bereits die Hälfte der damaligen Menschheit von landwirtschaftlichen Produkten. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts betrug der ...

Denn wir wissen nicht, was wir essen
Von Hans-Peter Schmidt

Wir kennen noch die Namen der Nahrungsmittel, die wir in den Regalen der Supermärkte sehen oder im Restaurant serviert bekommen, aber wir wissen nicht, woher sie kommen und wer sie wie hergestellt hat. Im Grunde wissen wir nicht mehr, was wir essen. Wir vertrauen einer Reihe von Großhändlern und Produzenten, ...

Mythopia als Forschungslabor
Von Lotar Schüler (3Sat)

Wer die gewohnte Welt hinter sich lässt, entdeckt eine neue. Im Weinberg "Mythopia" wächst eine trinkbare Utopie. Auf 800 Höhenmetern ist man nicht nur näher am Himmel. Das Weingut ist auch ein Forschungslabor, in dem ganz auf Biodiversität gesetzt wird. Die Kulturzeit von 3Sat hat einen begeisternden Film in Mythopia ...

Hat man je eine Revolution verordnen können?
Von Karl Schefer im Interview mit Daniel Bach

Die Firma Delinat hat neue Bio-Richtlinien für Winzer erlassen. Es geht nicht mehr bloß um den Verzicht auf chemische Pestizide, sondern um die Förderung der biologischen Vielfalt, um stabile Ökosysteme und klimapositive Landwirtschaft. Doch läßt sich ein solch radikales Umdenken einfach durch Vorschriften verordnen? Delinat-Gründer Karl Schefer erläutert in einem ...

Wir haben einen Traum
Von Hans-Peter Schmidt

Wir haben einen Traum, ein Ziel. Für dessen Erfüllung werden wir unsere besten Jahre gegeben haben. Wenn es gelingt, werden bis 2020 – zumindest in der Schweiz - die meisten Landwirte Klimafarming betreiben. Mit Hilfe von Pflanzen und hoher Biodiversität werden sie mehr CO2 aus der Atmosphäre entziehen und dauerhaft ...

Klimawandel ohne Mensch?
Von Hans-Peter Schmidt

Häufig erhalten wir in letzter Zeit auf unsere Artikel verschiedenste Kommentar und Zuschriften, in denen die Debatte über die Klimaerwärmung als eine üble Intrige des Weltkapitalismus hingestellt wird. Die Ithaka-Redaktion teilt diese Einstellung nicht, möchte jedoch keinesfalls mit Zensur die Meinung Andersdenkender radikalisieren. Aus diesem Grund öffnen wir hier ein ...

Und es gibt ihn doch: Politischen Mut
Von Tim Caspar Boehme und Hans-Peter Schmidt

Zum Schutz der Biodiversität braucht es die Politik. Nur dass die Politik bisher noch fast nirgends begriffen hat, was Biodiversität wirklich bedeutet. Eine der wenigen rühmlichen Ausnahmen ist Costa Rica, wo schon 1998 ein Biodiversitätsgesetz verabschiedet wurde. Es wurde zum Motor einer ökosozialen Erneuerung der Gesellschaft und zu einem herausragenden ...

Bürgerbewegung gegen Klimawandel
Von Gerald Dunst im Interview mit Lukas Bühler

In der Steiermark haben sich sechs Gemeinden zu einer Ökoregion zusammengeschlossen. Ziel ist nicht nur die Energieversorgung aus erneuerbaren Ressourcen, sondern eine ökologische Kreislaufwirtschaft ohne Abfälle. Nach dem Vorbild der Terra Preta werden biologisch hochaktive Böden zu Kohlenstoffsenken und Mutterboden für gesunde Nahrungsmittel. Gerald Dunst, der Vordenker und Hauptinitiator des ...

Biokohle statt Nahrungsmittel?
Von Arsène Séverin

Für manche Bauern im Kongo lohnt sich das Abholzen von Wäldern mehr als der mühsame Ackerbau. Das Holz wird zur Gewinnung von Holzkohle verwendet. Doch anstatt in den nährstoffarmen afrikanischen Böden für erhöhte Fruchtbarkeit zu sorgen, wird die Holzkohle in die Städte verkauft. Dort dient sie der städtischen Mittelschicht zum ...

Das Zeitalter der Dummheit – ein zweiter Blick
Von Tim Caspar Boehme

Was kann ein Film gegen den Klimawandel bewirken? Soll er Konsumenten aufklären oder mit allen Mitteln wachrütteln, um sie zum Handeln zu bewegen? Regisseurin Franny Armstrong wählt mit ihrer Dokumentation aus der Zukunft, „The Age of Stupid“, einen Mittelweg. Eindrücke zur deutschen Kinopremiere.

Illegale Pestizidspritzungen in der Schweiz
Von Hans-Peter Schmidt

Angesichts der Millionen Hektar Regenwald, die jährlich abgeholzt werden, um genmodifiziertes Soja anzubauen und sodann mit chemischen Pestiziden zur Reife zu bringen, sind unsere Bemühungen für Biodiversität im Weinbau nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Aber wir kennen sie natürlich auch, die Helikopter, die selbst in der ...

Der Fluch der Ordnung: Kulturwüsten
Von Claudio Niggli

Die Weinbaugebiete präsentieren sich grossflächig als gleichförmige Kulturwüsten, in denen ausser Reben nichts wächst. Auch das Mittelland und die einst so vielfältigen Voralpen verkommen immer mehr zu üppig grünen, aber steril anmutenden und extrem artenarmen ökologischen Einöden. Wo sind Gotthelfs bunte Blumenwiesen, in denen es einst gezirpt, gesummt, geschnarrt und ...

Landwirtschaft und Klimawandel – neue Konzepte von Politik und Wirtschaft
Von 50 Agrarministerinnen und Agrarministern

Auf dem Agrarministergipfel 2010 haben die Agrarminister von mehr als 50% der Weltbevölkerung eine höchst erstaunliche, zukunftsträchtige Abschlusserklärung verabschiedet. Das Delinat-Institut könnte jeden einzelnen Punkt unterschreiben, und wird es mit Zitaten aus dem Dokument künftig leichter haben gegen die Widerstände jener, die aus lauter Angst vor dem Nachdenken das Gewohnte ...

Vegetarische Delikatessen und Wein
Von Tim Caspar Boehme

Kulinarik ohne Fleisch oder Fisch ist für viele Menschen undenkbar. Besonders, wenn Wein im Spiel ist. Wer gern genießt, möchte in der Regel guten Wein mit passendem Essen kombinieren. Genau das tun mittlerweile auch Sommeliers in vegetarischen Restaurants – ohne auf tierische Nahrung zurückzugreifen.

1 kg Fleischessen = 250 km Autofahren
Von Darius Weissmüller

Die Menschen in den wohlhabenden Ländern essen immer mehr Fleisch und verschärfen damit das Hungerproblem in den armen Ländern. Aber nicht nur das: Nutztiere stossen auch mehr schädigende Klimagase aus als Autos und Flugzeuge.

Manifest der Winzer Europas
Von Hans-Peter Schmidt

Angesichts des drohenden ökologischen Kollapses der europäischen Weinberge versammelten sich über 500 Winzer aus ganz Europa, um vor einem unwiderruflichen Bruch der 7000jährigen Kulturgeschichte des Weines zu warnen. Am 7. Dezember 2009 verabschiedeten sie im Florentiner Palazzo Vecchio in einem bewegenden historischen Moment das Manifest der Winzer Europas.