(Deutsch) Pflanzenkohle im Europäischen Weinbau: Ergebnisse 2011


par Claudio Niggli und Hans-Peter Schmidt

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    11 Le Responses pour “(Deutsch) Pflanzenkohle im Europäischen Weinbau: Ergebnisse 2011””

    1. Tony Katz
      Titre: Vielen Dank und bitte weiterforschen!

      Vielen Dank für die Bemühungen und Untersuchungen. Ich hoffe, daß andere landwirschaftliche Nutzungen auch untersucht werden. Speziell: nicht nur die tiefwurzelnden Weinreben, sondern auch « normale » Gemüsearten. Und ganz besonders interessant finde ich: der Einfluß von Pflanzenkohle auf Konvertierungsflächen, also auf ehemals konventionell bewirtschaftete Flächen, die mithilfe der Pflanzenkohle schneller ein ökologisches Biotop bilden können. (ich habe selbst 1,7 ha Acker/Wiesenfläche im MKK Kreis gekauft und möchte es dort gerne mit Pflanzenkohle testen.)

    2. wengertpaule
      Titre: Terra Preta - Pflanzenschutz

      Interessant wäre zu erfahren, wie der Einfluss von Terra Preta auf die Rebgesundheit ausfällt. Wenn es langfristig möglich wäre, Rebschutz einzusparen bzw. überflüssig zu machen, könnte dies doch den Durchbruch dieser Technologie bedeuten.
      Pflanzenkohle könnte ja auch durch die sehr große Wasserspeicherfähigkeit interessant in Überschwemmungsgebieten sein. Teure Investitionen im Bereich des Überschwemmungsschutzes könnten deutlich reduziert werden.
      Nur ist schade, daß die Verfügbarkeit von Pflanzemkohle noch eingeschränkt ist.
      Es wird sich aber hoffentlich noch viel tun.
      Danke für den interessanten Beitrag.

    3. Geisenheimerin
      Titre:

      Ein sehr interessanter Artikel. Mir fiel spontan Einiges ein:

      - Was passiert in vernachlässigten Böden mit Pflanzenkohle? « Entladen » sie sich völlig und erschweren dann eine wieder durchzuführende Düngung?
      - Ist langfristig gesehen das Ausbringen von Pflanzenkohle auf großen Flächen ökologisch sinnvoll? Viele Wildpflanzen brauchen Magerstandorte. Wird da die Artenvielfalt der Begrünung mit seltenen einheimischen Pflanzen untergraben?
      - Eine Bindung von « Schadstoffen » auf belasteten Standorten führt zu einer Fixierung aber nicht zu einer Entfernung dieser Stoffe. Akkumulierung mit den Jahren? Gefahr einer späteren Freisetzung?

      Ein wirklich spannender Forschungsbereich. Macht weiter so.
      Viele Grüße

    4. Nicole
      Titre: Danke für die Forschung

      Interessante Ansätze und insbesondere vielen Dank für die Bemühungen und der Zusammenfassung für uns!

      Thumbs up!

    5. Peter Stucki
      Titre: Pflanzenkohle

      Lieber Hans-Peter

      Eure Versuche sind sehr Aufschlussreich, auch die Pionierarbeit welche ihr leistet.
      Die Fragen von Geissenheimerin hat mich jedoch schon zum Nachdenken gebracht. Ist eine totale Nährstoffversorgung bei Reben überhaupt sinnvoll, oder wachsen Qualitativ hochstehende Weine nicht auf sehr mageren Böden (Spanien, Bordeaux etc.) und mageren Reben?
      Auf alle Fälle glaube ich, dass Kohle hilft ein Gleichgewicht in der Nährstoffversorgung herzustellen.

      Grüsse

      Peter

    6. hps
      Titre:

      - Was passiert in vernachlässigten Böden mit Pflanzenkohle? “Entladen” sie sich völlig und erschweren dann eine wieder durchzuführende Düngung?
      Durch die im Regenwasser enthaltenen Nährstoffe und die durch die mikrobielle Nährstoffumsetzung im Boden werden die Pflanzenkohlen immer wieder neu aufgeladen. In und um die Pflanzenkohlen entsteht eine besondere Nährstoffdynamik, regelrechte Nährstoffhotspots, mit beständiger Aufladung, Umwandlung, Entladung, Aufladung. Auf diese Weise werden die Pflanzenkohlen nach und nach in den Ton-Humus-Komplex eingebunden und sorgen dadurch für Humusaufbau.

      - Ist langfristig gesehen das Ausbringen von Pflanzenkohle auf großen Flächen ökologisch sinnvoll? Viele Wildpflanzen brauchen Magerstandorte. Wird da die Artenvielfalt der Begrünung mit seltenen einheimischen Pflanzen untergraben?
      Auf Magerstandorten, die als solche erhalten werden sollen, wäre der Einsatz von Pflanzenkohlesubstraten nicht angeraten und ja auch verschwendete Müh. Pflanzenkohle sollte da eingesetzt werden, wo die biologische Aktivität und der Humusaufbau geförtdert werden soll.

      - Eine Bindung von “Schadstoffen” auf belasteten Standorten führt zu einer Fixierung aber nicht zu einer Entfernung dieser Stoffe. Akkumulierung mit den Jahren? Gefahr einer späteren Freisetzung?
      Durch die Bindung von Toxinen wird die Bodenaktivität wieder stabilisiert und dadurch eben auch der Abbau wieder gefördert. Für die Bodensanierung ist dies sinnvoll, aber man sollte natürlich darauf achten, nicht immer mehr Schadstoffe in den Boden einzutragen. Irgendwann wäre der Schwamm dann voll und die Bioaktivität bricht zusammen, wodurch sich dann wieder der Abbau verlangsamt. Das liegt aber nicht an der Kohle, sondern am unverminderten Eintrag neuer Schadstoffe.

      Danke für die interessanten Fragen, hps

    7. Jessica
      Titre: Forschung in Sachen Pflanzenkohle

      Da dachte ich gut im Thema zu sein und erfahre hier so viel Neues. So gute ansätze und Ideen. Zumeist stehen der Umsetzung guter Ideen, Gesetze und Ämter entgegen. Ob es bei den neuen Ansätzen zur Umsetzung kommen kann, bleibt sicher abzuwarten.

      Aber darüber hinaus – Mein Kompliment!

    8. edward schulten
      Titre: winemaker

      Where can I find the 2012-2013 update of this experiment??
      Thanks
      Cheers!

    9. hps
      Titre:

      You can find our publication in AEE: https://www.researchgate.net/publication/261919921_Biochar_and_biochar-compost_as_soil_amendments_to_a_vineyard_soil_Influences_on_plant_growth_nutrient_uptake_plant_health_and_grape_quality

      kind regards, hp

    10. Holger Wigandt
      Titre:

      Lieber Hans-Peter Schmidt,

      auf Grund Ihrer Forschung und Ihres Artikels habe ich mich mit Kompostierung und Pflanzenkohle näher beschäftigt.

      Nun ist mir ein Produkt unter die Hände gekommen dass sich ESK-Protect nennt und laut Vertreiber reiner Kohlstoff ist.

      Hersteller Angaben:
      ESK Protect wird hergestellt von selektiertem Eichenholz. Die Pyrolyse geht weiter als diese von die Holzkohle für den BBQ. Das Holz ist komplett pyrolysiert und ist nur noch Kohlstoff (> 85% auf TS) und eigentlich ein inertes Material mit eine sehr stark entwickelte Porenstruktur. Die spezifische Oberfläche ist +/- 115m²/Gramm.

      Laut des Vertreibers braucht es allerdings keine Aktivierung.

      Angaben des Vertreibers:
      ESK-Protect wird nicht nur im Weinbau eingesetzt. Auch in Gemüsebau (zB Salat) wird es gebraucht um das Wachstum der Sämlinge zu unterstützen. (Pilze wie Phytium, Rhizoctonia, Fusarium werden neutralisiert). In Salatversuche in Frankreich stellt man auch eine bessere Entwicklung der Wurzel fest. Der Hersteller empfehlt um die Düngermenge zu reduzieren.

      Dies wiederspricht Ihren Forschungen oder ist diese « Holzkohle » mit Ihrer « Planzenkohle » nicht zu vergleichen?

      Das Produkt wird in unserem Weinanbaugebiet empfohlen.

      Was denken Sie darüber?

      Mit lieben Grüßen
      Holger Wiegandt

    11. hps
      Titre:

      Lieber Herr Wiegandt, die Werbung der erwähnten Firma ist zumindest unseriös. Wie soll eine Pyrolyse weitergehen als die von Holzkohle, und eine stark entwickelte Porenstruktur bei lediglich 115m2/g ist arg übertrieben. Grundsätzlich sollte Sie ihre Produzenten darauf aufmerksam machen, dass in Europa der EBC-Standard (www.european-biochar.org) gilt, und Anbieter sicher doch, sofern sie nichts zu befürchten haben, zertifizieren lassen sollten. Als Kunde jedenfalls sollte Sie nicht das Risiko des Einsatzes kontaminierter, nicht nachhaltig hergestellter Pflanzenkohle eingehen.
      Mit freundlichen Grüssen, Hans-Peter Schmidt

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